Tatjana Servais » Fotografin, Fotojournalistin, Fotokünstlerin aus Düsseldorf - Tatjana Servais

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Big Island – Hawaii – USA

Big Island, die Vulkaninsel

Es ist ja nicht so als ob die anderen hawaiianischen Inseln keine Vulkaninseln seien, aber auf Big Island kann man die Naturgewalten einfach am besten aus nächster Nähe sehen. Da ich ein großer Fan von Naturgewalten und vor allem von Vulkanen bin, gehörte natürlich die Tour zum Kilauea Krater auf Big Island auf jeden Fall ins Programm auf meiner Hawaii Tour.

Tschüss Oahu, hallo Big Island

Big island hat 2 Flughäfen, einen an der Westküste – Keahole Flughafen/Kona – und den anderen Flughafen im Osten – Hilo Flughafen. Wir sind ca. 40 Minuten mit Hawaiian Airlines vom Flughafen Honululu zum Keahole Flughafen geflogen. Vom Flughafen war es dann mit dem Mietwagen nicht weit bis zum Hotel in Kailua-Kona.

Übersichtskarte:

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt…

Auch auf Big Island waren wir wieder mit dem Mietwagen unterwegs. Am ersten Tag mussten wir unsere Planung leider über den Haufen werfen, weil uns ein platter Reifen beim Mietwagen zeitlich aus der Bahn warf. Nachdem wir den Reifen gegen das Notrad ausgetauscht hatten und am Flughafen dann problemlos ein neues Fahrzeug bekommen hatten, fuhren wir dann erst einmal in Richtung Norden. Die Insel ist wie die anderen Inseln sehr stark von Vulkangestein geprägt. Allerdings erkennt man gerade auf der Strecke von Kailua-Kona Richtung Norden überall sehr gut wo mal Lava geflossen ist. Eine richtige Lava-Wüste.

Irre in Jogging-Klamotten

Hin und wieder liefen am Straßenrand Menschen in Jogging-Klamotten entlang oder radelten mit dem Rennrad auf der Straße vor uns her. Das waren allerdings keine Irren sondern Sportler die sich auf den Ironman Wettbewerb vorbereiteten. Dieser sollte ein Paar Tage später auf Big Island stattfinden. Je weiter es gegen Norden ging umso grüner wurde es dann. Mich erinnerte die Landschaft, als dann noch überall Rinder grasten, irgendwie an die schottischen Highlands. Wir fuhren die Küstenstrasse weiter Richtung Hawi und genossen das Panorama aus dem Auto.

North Kohala - Big Island - Hawaii

North Kohala – Big Island – Hawaii

Tote Steine und grüne Highlands

Kurz vor Hawi entschieden wir uns etwas Geschichte zu besichtigen. Das Kohala Historical Sites Monument liegt am Ende einer Schotterstraße, die vom Akone Pule Highway (270) kurz vor Hawi links abbiegt. Eine Beschilderung ist vorhanden. Es handelt sich hierbei um einen alten Tempel – also tote Steine, wie ich immer gerne sage 😉 – eine der wichtigsten heiligen Stätten der Hawaianer. Bitte versteht mich jetzt nicht falsch…ich bin ein Fan von toten Steinen. Man kann mich auch in Griechenland oder Italien durch verfallene Tempel schleppen, aber mich hat das Kohala Historical Sites Monument nicht sehr beeindruckt. Vielleicht auch weil wir unter Zeitdruck waren und ich mich mit dem geschichtlichen Hintergrund gar nicht in Ruhe auseinandersetzen konnte. Wenn man wenig Zeit hat würde ich es auslassen. Wer mehr Zeit hat…macht Euch Euer eigenes Bild.

Kohala Historical Sites Monument - Big Island - Hawaii

Kohala Historical Sites Monument – Big Island – Hawaii

Hawi im Kohala District – der Norden

Weiter ging es dann nach Hawi im nördlichen Kohala District. Das Örtchen erinnerte mich irgendwie an eine alte Western-Stadt. Ursprünglich war Hawi der Dreh- und Angelpunkt der Zuckerindustrie. Heute ist es aber ein netter kleiner Ort mit hübschen Gallerien und Geschäften in denen man Handarbeiten kaufen kann. Außerdem ist es als Wendepunkt der Fahrradfahrer beim Ironman Wettbewerb bekannt.

In Hawi machten wir eine Snack-Pause im Bamboo Restaurant. Ich kann nicht wirklich behaupten das ich das Restaurant empfehlen kann, da meine Reise ja schon einige Zeit zurück liegt. Uns hat es aber damals sehr gut  geschmeckt und die Bewertungen im Internet bei Google & Co. sind durchweg gut. Also wird sich nicht viel geändert haben. Ich freue mich über feedback hierzu.

Bamboo Restaurant - Hawi - Big Island - Hawaii

Bamboo Restaurant – Hawi – Big Island – Hawaii

Weiter ging es dann nach Kapaa. Auch hier gab es eine Statue von King Kamehameha I zu bestaunen ;-). Sie erinnert an den großen König der Hawaiianer, der Hawaii geeinigt hat. Seine Geburtsstätte soll in der Nähe liegen.

Statue von King Kamehameha I - Hawi - Big Island - Hawaii

Statue von King Kamehameha I – Hawi – Big Island – Hawaii

Das Ende der Welt

Von Kapaa fuhren wir die Küstenstrasse dann weiter bis zum Pololu Valley Lookout. Da ist dann das Ende der Welt, zumindest das Ende der Straße ;-). Je nach Wetterlage hat man einen tollen Blick auf die Küste im Nordosten der Insel.

Pololu Valley Lookout - Koala District - Big Island - Hawaii

Pololu Valley Lookout – Koala District – Big Island – Hawaii

Zurück fuhren wir dann die Kohala Mountain Route (250) und dann weiter auf dem Mamalahoa Highway (190) durch das Innere der Insel bis nach Kailua-Kona. AUfgrund unserer Verspätung durch den platten Reifen kamen wir erst wieder bei Dunkelheit in Kailua-Kona an.

Endlich…auf zum Vulkan

Am 2. Tag war es dann endlich soweit. Heute sollte ich zum ersten Mal richtig nah an einen der aktivsten Vulkane der Welt heran kommen. Wir hatten geplant Richtung Süden zu fahren und dann an der Ostküste rauf bis zum Kilauea Krater. Erster Check…kein weiterer platter Reifen! Also los ging es. Die Strecke zieht sich ganz schön. Landschaftlich schön , wenn auch schroff. Wir folgten dem Mamalahoa Highway bis hinter Naalehu. Hier bogen wir dann für eine Pause ab zum Punalu’u Black Sand Beach. Ein Schild weist Euch den Weg – Punalu’u Black Sand Beach.

Der Punalu’u Black Sand Beach

Einen schwarzen Strand habe ich natürlich vorher schon gesehen. Auf Lanzarote und Teneriffa, aber es wurde gemunkelt hier am Punalu’u Black Sand Beach könne man auch hawaiianische grüne Schildkröten beobachten. Leider war das Wetter nicht so berauschend, aber wir konnten tatsächlich Schildkröten beobachten und eine schöne Pause machen. Das ist schon etwas anderes als im Zoo oder Aquarium, wenn die Schildkröte vor Deiner Nase im Meer schwimmt. Für die Snack-Pause gab es hier auch Toiletten und eine Picknick-Tische. Meine Wertung…Daumen hoch. Das würde ich auf jeden Fall wieder machen.

Punaluu Black Sand Beach - Big Island - Hawaii

Punaluu Black Sand Beach – Big Island – Hawaii

Endlich – der Hawaii Volcano National Park

Von hier aus ging es dann auf direktem Wege zum Kilauea Krater. Dort angekommen sucht man sich erst einmal einen Parkplatz und informiert sich im Visitor Information Center. Ich empfehle Euch auf jeden Fall schon vorab Informationen einzuholen. Entweder auf der Homepage der Hawaii Volcanos National Parks oder auch in Eurem Hotel. Je nach Aktivität des Vulkans kann es sein das Teile geschlossen sind. Man kann mit dem Auto um den Krater herum fahren und an verschiedenen Aussichtspunkten stoppen. Bei uns war das damals möglich. Wenn man heute auf der Seite vom Hawaii Volcanos National Park nachsieht kann man lesen das die Straße aufgrund von vulkanischer Aktivität teilweise gesperrt ist. Man kann hier wirklich eine Menge im Hawaii Volcanos National Park machen. Ich empfehle Euch die Webseite von vorne bis hinten zu durchforsten. Es gibt alles von Tipps bis Kartenmaterial!

Kilauea Krater - Big Island - Hawaii

Kilauea Krater – Big Island – Hawaii

Wir sind dann also nach Besuch im Visitor Center und Mitnahme von Informationsmaterial vom Visitor Center noch durch das Museum gegangen. Danach ging es ab ins Auto und auf ins Abenteuer auf den Crater Rim Drive. Wir sind dann in Richtung Nordwesten um den Krater herum gefahren. Das ging damals noch problemlos. Eine Übersicht gibt es hier! Mein Tipp: Klimaanlage auf jeden Fall auf Innenraumluft umstellen. Draußen riecht es nämlich überall nach faulen Eiern ;-).

Schwefeldunst am Straßenrand - Kilauea Krater - Big Island - Hawaii

Schwefeldunst am Straßenrand – Kilauea Krater – Big Island – Hawaii

Bei einen Stop sind wir dann ausgestiegen und ca. 300 Meter zu Fuß an den Kraterrand gelaufen (Halema’uma’u Krater). Irgendwie gruselig. Überall gluckert und grummelt es und natürlich der Gestank ;-). Man kann überall längere und kürzere Wanderungen unternehmen. Es gibt ausgeschilderte Trails und auf der Webseite des Visitor Center und vor Ort bekommt man Kartenmaterial.

Schwefeldunst am Rande des Vulkans - Kilauea Krater - Big Island - Hawaii

Schwefeldunst am Rande des Vulkans – Kilauea Krater – Big Island – Hawaii

Die Chain of Crater Road

Von dort aus fuhren wir dann auf direktem Wege zur Chain of Craters Road in der Hoffnung echte Lava fließen zu sehen. Schon die Fahrt bis zum Ende der Straße ist beeindruckend. So weit man sehen kann schwarze Lava. Die Straße ist eine Sackgasse und man kann von dort aus über die erstarrte Lava wandern. Seit 1983 bis heute fließt dort aus einem Seitenkrater Lava ins Meer. Es ist ein ewiger Kampf die Straße offen zu halten, da Lava und Erdbeben die die Straße immer wieder unpassierbar machen . Das hat in der Vergangenheit immer wieder für Sperrungen gesorgt. Am Ende der Straße steht ein kleines Häuschen mit einem Info-Service und ein großes Schild wie man sich verhalten soll.

Chain of Craters Road

Chain of Craters Road

Bitte achtet unbedingt darauf. Vor allem auf Sonnenschutz – Mütze hilft – und darauf genügend Wasser mitzunehmen. Wir wollten ja eigentlich nur ein Bisschen laufen bis wir in der Nähe der heißen Lava sind. Das ganze hat sich dann aber Stunden hingezogen und wir hatten kein Wasser dabei…schwitz. Bei Sonne über die schwarze Lava zu laufen und keine Wasser mitzunehmen ist keine gute Idee. Noch heute unterstellt mir meine Begleitung ich wollte ihn um die Ecke bringen ;-). Außerdem solltet Ihr darauf achten nicht zu nah an den Klippen entlang zu laufen. Das ist sehr gefährlich da die Lava dort brüchig ist. Mein Traum von fließender Lava hat sich dann leider nicht erfüllt. Wir sind zwar ziemlich lange herum gelaufen, aber wohl nicht weit genug Richtung aktuellem Lava Flow. Schade, aber alles in allem war es trotzdem ein tolles Erlebnis und ich würde es definitiv wieder machen!

Ola’a Forest – Urwald und riesige Farne

Zum Glück haben wir die Sonne und den Wassermangel überlebt, leicht dehydriert und mit roten Köpfen, und sind dann den Weg zurück bis zum Kraterrand und dann weiter zum Ola’a Forest mit Klimaanlage auf Eistruhen-Niveau gefahren. Ich brauche wohl nicht erwähnen das danach mehrere Liter Wasser durch unsere Kehlen geflossen sind. Am Ola’a Forest hatten wir dann wieder einigermaßen Betriebstemperatur und konnten erneut das Auto verlassen. Hier war es auch ein Bisschen kühler, aber auch feuchter. Regenwald-Feeling!

Ola

Ola’a Forest – Big Island – Hawaii

Wirklich toll! Farne, die bei uns ganz klein am Boden wachsen, in Größe eines Baumes. Da fühlt man sich wie in Jurassic Park. Urwald pur ;-). Wer genug Zeit hat kann eine Wanderung oder einen Spaziergang machen. Auch hier gibt es Kartenmaterial vom Visitor Center. Uns stand der Sinn nach der Lava-Wüste nicht auf wandern und so sind wir nur ein kurzes Stück in den Urwald hinein, haben ein Bisschen die Ruhe und Natur genossen und sind dann zurück zum Auto gelaufen. Ihr solltet auf jeden Fall mal rechts und links vom Weg genauer hinschauen, denn es gibt überall spannende Botanik zu entdecken

Hilo und die Rückfahrt durchs Landesinnere

Die Rückfahrt war leider von schlechtem Wetter geprägt. Da wir nicht einfach denselben Weg zurück fahren wollten sind wir weiter Richtung Hilo und wollten dann quer durch Big Island zurück nach Kailua-Kona fahren. Leider machte uns das Wetter auch hier einen Strich durch die Rechnung und wir mussten anstatt die Saddle Road zwischen dem höchsten Berg Hawaii’s dem Mauna Kea – 4205 Meter hoch – und Mauna Loa – 4170 Meter hoch – zu nehmen weiter an der Küste entlang um den Mauna Kea herum fahren. Die Straße war aufgrund von Erdrutschen gesperrt. Ein Besuch der Mauna Kea Obersvatorien war somit leider auch nicht möglich.

Foto über Wikimedia Commons:

The Keck Subaru and Infrared obervatories.JPG
The Keck Subaru and Infrared obervatories“ von SasquatchEigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.

Das schlechte Wetter hielt uns auch davon ab in Hilo Pause zu machen und wir fuhren die Strecke dann ohne Pause zurück. Schöne Ausblicke gab es aber trotzdem und eine Million Regenbogen! Regen, Sonne, Regen, Sonne – ein unglaublicher Wechsel!

Regenbogen auf Hawaii

Regenbogen auf Hawaii

Von Big Island ging es dann am nächsten Tag weiter nach Maui zur Surfer Insel…

Mein Fazit:

Wer wenig Zeit hat sollte sich auf die Tour zum Kilauea Krater beschränken. Eventuell sogar eine Übernachtung dort in der Nähe einplanen. Auf jeden Fall sollte man sich ganz genau am Visitor Center informieren. Die Tour nach Hawi war zwar ganz nett, aber das Highlight ist definitiv der Vulkan!

Hier noch ein Paar Links zum Thema:

Hawaii Volcanos National Park

Informationen über den Kilauea Krater auf www.vulkane.net

Aktuelle Status Kilauea Krater

Mauna Kea Webcams

Mauna Kea Visitor Center

Information zur Straßenbeschaffenheit der Mauna Kea Access Road

Hier ein Link zu einem Helikopter Rundflug zum Kilauea Krater Video auf Youtube. Leider nicht von mir, aber ich finde es interessant. Wir hatten uns den Helikopter Rundflug für Kauaii aufgespart, da die Rundflüge ja nicht unbedingt zum günstigsten Teil einer Hawaii-Reise gehören. Das hat sich auch gelohnt, aber rückwirkend eigentlich schade, dass wir nur den auf Helikopter-Rundflug auf Kauai gemacht haben. Das Geld hätte ich doch investieren sollen! Merke…lieber weniger in Honululu shoppen und mehr Geld für Helikopter-Rundflüge sparen ;-).