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Halsbandsittiche in Düsseldorf – Update

Halsbandsittiche – Fremde Vögel, neue Heimat – Update

Halsbandsittiche haben Ihre Heimat eigentlich in Afrika oder Asien. Mittlerweile fühlen sich aber auch einige Kolonien in Deutschland heimisch. In den 1960er Jahren entdeckte man in Köln ein erstes Brutpaar in freier Wildbahn. Seitdem haben sie sich, erst entlang des Rheins und später auch weiter bis Frankfurt und Heidelberg ausgebreitet. Auch in Düsseldorf kann man sie finden. Erste Beobachtungen wurden hier in den 80er Jahren gemacht.

Update: Hier ein Paar neue Fotos:

Halsbandsittiche in Düsseldorf
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Aussehen und Eigenarten des Halsbandsittichs

Halsbandsittiche

Halsbandsittich im Flug

 

Der Halsbandsittich hat ein überwiegend grünes bzw. gelb-grünes Gefieder. Das charakteristisches „Halsband“, das als schwarzer Streifen unter dem Kinn beginnt und in ein rosafarbenes Nackenband übergeht, haben nur die erwachsenen Männchen. Der Oberschnabel ist dunkelrot bis korallenrot und der Unterschnabel rot bis schwarz. Die Gesamtlänge eines ausgewachsenen Exemplars beträgt mit Schwanz etwa 40–43 cm, wobei der Schwanz etwas mehr als die Länge des Körpers ausmacht.

Gattung und Vorkommen des Halsbandsittichs

Der Halsbandsittich gehört zur Ordnung der Papageien (Gattung: Edelsittiche) und lebt normalerweise in wärmeren Gefilden – z.B. Senegal, Guinea, Südsudan, Äthiopien und Somalia. In Asien findet man sie z.B. in Pakistan, Bangladesh, Myanmar und auf Sri Lanka. Bei den Halsbandsittichen in Deutschland ist man sich nicht einig woher sie genau kommen. Man vermutet das ein Brutpaar aus dem Kölner Zoo ausgebrochen ist oder auch von ausgesetzten Exemplaren. Der Halsbandsittich war ein beliebtes, exotisches Haustier. Man stellte aber schnell fest das sie nicht für die Haltung in Gefangenschaft geschaffen sind. Und so kam es vielleicht auch dazu das einige von Ihren Besitzern in die Freiheit entlassen wurden. Damals hat wohl keiner damit gerechnet das sich die Halsbandsittiche unseren Gegebenheiten so gut anpassen können.

Plage oder Bereicherung?

Nistloch - Halsbandsittiche

Nistloch in der Fassade eines Hochhauses

Die Meinungen in der Bevölkerung zu den exotischen Vögeln geht weit auseinander. Die einen lieben die putzigen grünen Kerlchen und freuen sich wenn sie sie beobachten können und die anderen verteufeln den Lärm und den Dreck, den die hübschen Kerlchen produzieren. Der Halsbandsittich macht ganz schön krach. Vor allem wenn er in Schwärmen von 10-30 Exemplaren bei der Nahrungssuche die Stadt unsicher macht. Auch sollte man sein Auto nicht unbedingt unter einem Baum mit Halsbandsittichen parken. Wobei das nicht Halsbandsittiche alleine betrifft. Das können, Tauben, Spatzenschwärme oder andere Vögel auch sehr gut. Dann gibt es auch noch das Problem mit den Nistlöchern. Der Halsbandsittich bevorzugt hohe Bäume – z.B. Platanen – zum Nisten oder als Schlafbäum. Als Alternative haben sie für sich  die Außenfassaden von Häusern entdeckt. Hier vergößern sie mit ihren scharfen Schnäbeln kleine Löcher und bauen sich Nistlöcher in der Styroporschicht der Fassade. In meiner direkten Nachbarschaft, im Norden Düsseldorf, treibt sich regelmäßig morgens und abends ein größerer Schwarm herum und im Nebenhaus nistet ein Paar zwischen der 4. und 5. Etage in einem Fassadenloch. Das scheint wohl auch nicht das erste Mal zu sein, denn an der Fassade erkennt man das dort bereits Löcher wieder verschlossen wurden.

Schaden die Halsbandsittiche unseren heimischen Singvögeln?

Es wird auch immer wieder darüber diskutiert in wie weit die Halsbandsittiche der heimischen Flora und Fauna schaden. Bisher gibt es allerdings keine Belege dafür das dies so ist. Das Bundesamt für Naturschutz beobachtet die Entwicklung seit 2012, konnte aber bisher keine negativen Auswirkungen nachweisen. Das Empfinden der Bevölkerung die Lärmbelästigung betreffend, vermehrt verkotete Autos oder beschädigte Fassaden werden hier natürlich nicht berücksichtigt. In  der Hintergrundinformationen vom Bundesamt für Naturschutz – PDF aus 2012 gibt es hierzu weiterführende Informationen. Dort erwartete man Ende 2012 weiterführende Erkenntnisse, aber ich konnte bei meiner Recherche keine neuen Informationen finden.

Weitere „neozoene“ Fälle

Von „Neozoen“ spricht man wenn man gebietsfremde bzw. standortfremde Tieren meint. Das sind nicht nur unsere Halsbandsittiche. Auch die Kanadagänse, Schildkröten oder sogar Waschbären sind Einwanderer. Wobei zwischen selbst eingewanderten Tierarten, wie den Kanadagänsen, und durch Menschen ausgesetzten Tierarten unterschieden werden muß. Genaue Informationen zu dem Thema stellt das Bundesamt für Naturschutz bereit, wobei die dort angegebenen Dokumente dort teilweise noch in Bearbeitung sind. Die Waschbären wurden übrigens laut eines Zeitungsartikels der Rheinischen Post von Anfang Juni schon in Grevenbroich gesichtet. Na, dann freuen wir uns mal darauf das die kleinen Kerlchen demnächst, wie in des USA, unsere Mülleimer durchwühlen. Dann gibt es einen neuen Feind über den man sich beschweren kann ;-).

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Weiterführende Links zu diesem Thema:

www.duesseldorf.de – Informationen des Düsseldofer Umweltamtes

Wikipedia – Halsbandsittiche

Bewertung des Bundesamtes für Naturschutz zum Stand der Neozoen in Deutschland

RP Online Artikel vom 29.10.2013 über die Halsbandsittiche auf der Kö

ARD-Video/ W wie Wissen ca. 6 Minuten über die Heidelberger Kolonie der Halsbandsittiche

Facebook Gruppe – Fanclub der Halsbandsittiche auf der Kö

Hintergrundinformationen vom Bundesamt für Naturschutz – PDF