Tatjana Servais » Fotografin, Fotojournalistin, Fotokünstlerin aus Düsseldorf - Tatjana Servais

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Ist Plastik unser Untergang?

Plastik bzw. Plastik-Müll, ein Thema das uns alle betrifft.

MülltüteIch gebe es zu. Ich bin ein großer Fan von Natur-Dokumentationen, Tierfilmen und Umwelt Reportagen. Ich sehe gerne ARTE, Phoenix, 3 Sat, National Geographic, Servus, usw. Ich bin immer wieder erstaunt was man auch in meinem Alter noch über unsere Umwelt/Natur lernen kann. Im Moment beschäftigt mich ein bekanntes Thema. Ein Thema das immer mal wieder kurz in den Medien hochkocht, aber an den meisten Menschen doch spurlos vorüber geht.  Es geht um unsere Umwelt. Es geht um etwas was jeden von uns täglich umgibt, was aus unserer Welt nicht mehr wegzudenken ist – Plastik.

Ein Umweltthema – Wie kommt sie denn jetzt darauf?

Gelbe Tonne

Nachdem ich ja nun mittlerweile Mutter von 2 Kindern bin, beschäftigt mich heute eher mehr als früher der Gedanke wie das mit unserer Umweltverschmutzung so weiter geht. Schön finde ich hierbei das die Medien im Bereich Kinderprogramm versuchen die Kinder aufzuklären was mit ihrer Umwelt passiert. Da bekommt man als Erwachsener eher mal einen Anstoß durch das Kinderprogramm als in den Erwachsenen Medien. Natürlich kann man als gebildeter Mensch, der sich seine Informationen nicht alleine in der Bild-Zeitung anliest,  die ein oder andere „gute“ Zeitung lesen oder das ein oder andere „hochwertige“ Fernsehprogramm schauen und wird dann auch mit solchen Themen konfrontiert. Ich bin aber der Meinung das das Thema immer noch nicht genug Menschen erreicht oder vielleicht auch nicht kritisch genug hinterfragt wird.

Kinder Fernsehen klärt auf

Vor einiger Zeit habe ich zusammen mit meinen Jungs im Kinderfernsehen KIKA  – manchmal bin ich doch davon angetan was mit unseren Fernsehgebühren gemacht wird – in der Sendung Pur Plus einen Bericht über die Plastikstrudel in unseren Ozeanen gesehen. Klar hatte ich schon einmal davon gehört und ich gehöre auch schon lange den „ordentlichen“ Mülltrennern an. Na ja mal mehr mal weniger aber zumindest Verpackungsmaterial landet immer ordentlich im gelben Sack. Nichtsdestotrotz hat mich diese Kindersendung mal wieder nachdenklich gemacht und ich habe in den letzten Wochen mein Verhalten bzgl. Plastiktüten, Plastikverpackungen usw. beobachtet und verstärkt darauf geachtet so wenig Müll wie möglich zu produzieren.

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Müllvermeidung oder Plastik, Plastik, Plastik

Wenn man anfängt wirklich ganz bewusst zu versuchen keinen Plastikmüll zu produzieren muss man erschreckt feststellen das das gar nicht mehr möglich ist oder man beim Versuch sich ökologisch korrekt zu verhalten teilweise sogar angefeindet wird. Ich bin ganz sicher nicht die klassische Öko-Mami, aber schon in der Anfangszeit mit meinen Kindern habe ich so manche Plastik-Verpackung oder auch Plastik Spielzeug hinterfragt. Das fängt mit Silikon-Schnullern an, geht über die klassischen Plastik-Babyflaschen (nimmt man Glas oder Plastik) bis hin zum Spielzeug. Fisher Price Babyspielzeug aus Plastik oder Holzspielzeug? Ach ja was ist mit den Lego-Bausteinen – auch Plastik! Schwierig, schwierig, schwierig! Ich gebe zu da auch eher pragmatisch gewesen zu sein und den ein oder anderen einfachen Weg genommen zu haben.

Plastik kann man vermeiden

Ihr seht schon…das ist ein breitgefächertes Feld. Ich möchte mich hier aber eher auf den täglich anfallenden Plastik-Müll als Thema beschränken. Also Plastiktüten und andere  Verpackungen. Nun habe ich bis Mitte letzten Jahres etwas außerhalb des Stadtkerns in Frankfurt am Main gewohnt. Na ja, eigentlich auf dem Land, wo diverse Bauern in unmittelbarer Reichweite ihre Bauernläden hatten. Somit war es in den meisten Fällen einigermaßen einfach saisonales Obst und Gemüse einfach abwiegen zu lassen und dann in einen Einkaufskorb zu verfrachten. Die Eier konnte man in einen mitgebrachten und recycelten Eier-Karton packen lassen. Hier waren weder eine Plastiktüte noch eine Papiertüte notwendig. Den gebundenen Blumenstrauß ließ ich unverpackt – kein Zellophan und kein Papier drumherum. Schnell nachhause und direkt in die Wohnung. Auch beim Bäcker konnte man die Brötchen in einen mitgebrachten Jute-Beutel packen lassen. Alles kein Problem! Zurück in der Stadt in Düsseldorf lässt sich das auch irgendwie machen. Man wird zwar komisch angeguckt, aber der Backwarenfachverkäuferin (ja so heißen sie :-)) ist es egal und sie zuckt nur mal kurz.

Der Einkauf wird zum Spießrutenlauf

Wurst in PlastikSchwieriger wird es dann im Supermarkt egal ob in Frankfurt am Main auf dem Dorf oder in Düsseldorf in der Stadt – REWE, ALDI und Co.. Dort sind die Kassiererinnen nicht begeistert wenn man 6 Äpfel ohne Plastiktüte aufs Band legt oder 10 Tomaten. Egal da müssen sie durch. Ab und zu kommen blöde Sprüche oder die Kassiererin versucht mir an der Kasse noch einen von den dünnen Plastikbeuteln unterzujubeln, aber ich bin ja hart im nehmen. Die Himbeeren sind in einer Pappschachtel. Auch die kann ich nach dem Wiegen direkt in meinen Korb packen. An der Wurst und Käsetheke wird es wieder einfacher. Zumindest wird hier nur gewachstes Papier benutzt, aber um die Papiertüte für den gesamten Wurst- oder Käseeinkauf komme ich nicht rum. Ich könnte ja auf dem Weg zur Kasse etwas verschwinden lassen…das muss alles seine Ordnung haben! Wenn ich mir dann aber die Selbstbedienungstheke daneben anschaue…seufz! Hier gibt es alle Wurst- und Käsesorten ordentlich in Scheiben geschnitten und in Plastik verpackt. Hühnchenbrust, Pute, Rind, usw. alles in Plastik verpackt, obwohl es auch an der Frischfleisch-Theke gekauft werden kann. Mir wird ganz schlecht wenn ich mir überlege wie viel Plastikmüll alleine hier gespart werden könnte. Dafür bräuchte man sicher eine Wurst-, Fleisch- bzw. Käsefachverkäuferin an der Theke mehr, um die Selbstbediener ordentlich mit abfertigen zu können, aber das wäre doch machbar denke ich. Und einen zusätzlichen Arbeitsplatz gäbe es dann auch noch.

Kaese in PlastikNächster Stop Toastbrot für den Notfall und Cornflakes und Co.. Keine Chance dem Plastik zu entkommen. Joghurt im Glas…die Auswahl ist mager. Marmeladen mache ich seit einiger Zeit selber und das Nutella kommt im Glas mit Plastikdeckel. Keine Chance beim Zuckerrübensirup. Den gibt es nur in Plastik verpackt.

Weiter durch die Gänge – Süssigkeiten und Kekse alle gut verpackt, Konservendosen, Tetrapacks, die Gefriertruhe – Pappe und Plastik in Massen, Getränkeflaschen und im Bereich Putzmittel und Kosmetik…Plastik, Plastik, Plastik. Erschreckend! Das landet alles auf dem Müll und je nach Material dauert es viele, viele Jahre bis es auch nur ansatzweise kompostiert ist bzw. verrottet gar nicht – Beispiel Plastiktüten aus Erdöl.

Aufgeben oder Vorreiter sein?

MülleimerDennoch muss man irgendwo einen Anfang machen und ich denke jeder kann ein Bisschen darauf achten wie Produkte verpackt sind und selbst entscheiden ob und wann man zugreift oder ob man lieber die Finger von den Produkten lässt. Ich will jetzt selbst nicht päpstlicher als der Papst sein. Es ist schwierig und man, da beziehe ich mich klar mit ein, neigt doch eher zur Bequemlichkeit. Ich glaube nur einfach das jeder irgendwie mitmachen kann. Wenn man damit anfängt grundsätzlich keine Plastiktüten zu benutzen ist das doch schon ein Schritt. Ich habe mir angewöhnt diese netten kleinen Beutelchen, die sich zu einer Kugel zusammenfalten lassen, in jeder Tasche und im Auto zu plazieren. Auch mein eigener Einkaufskorb im Auto hilft dabei Müll zu sparen. Einfach immer vor dem Einkauf kurz mal nachdenken. Wie heisst es doch so schön – Kleinvieh macht auch Mist. In diesem Sinne…

Nachdem ich mich nun also oberflächlich damit beschäftigt hatte, habe ich mal ein Bisschen recherchiert und eine kleine Sammlung mit Infos zum Thema zusammengetragen. Wer also mehr wissen möchte kann sich hier ein Bisschen mehr Hintergrundinformation holen:

Fakten zum Thema Plastik und Umwelt:

1. Wer hat den Kunststoff erfunden?

http://www.technikatlas.de/~tb4/geschichte.htm

http://www.faz.net/aktuell/technik-motor/umwelt-technik/100-jahre-plastik-das-zeitalter-der-ersehnten-kuenstlichkeit-1462859.html

2. Zersetzt sich Kunststoff?

http://www.umweltbundesamt.de/service/uba-fragen/verrottet-plastik-gar-nicht-nur-sehr-langsam

3. Kommt Kunststoff in unserer Nahrung vor?

http://www.ingenieur.de/Themen/Klima-Umwelt/Forscher-Plastikteilchen-in-Lebensmitteln-nachgewiesen

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/03/03/getraenkeflaschen-aus-plastik-enthalten-giftige-stoffe/

4. Gesundheitsrisiken?

Bund Chemie – Broschüre Achtung Plastik zum download – PDF

5. Plastik Alternativen?

http://www.hr-online.de/website/specials/wissen/index.jsp?rubrik=68531&key=standard_document_42599090

Ist Bio-Kunststoff besser? http://www.technikjournal.de/cms/front_content.php?idcatart=1407idcat=59

http://www.zeit.de/zeit-wissen/2011/05/Plastiktueten

6. Sonstiges:

Film von Arte zum Thema –  „Mit offenen Karten – Inseln aus dem Müll“ – ca. 12 Minuten:

Bei 3Sat wurde ich auf fündig. Hier gibt es die ca. 6 Minuten lange Dokumentation „Müll im Meer“ und andere Infos zum Thema.

Gesundheit und Plastik – Zentrum der Gesundheit.

ARD Mediathek – W wie Wissen – Film „Müll für die Ewigkeit“

Oder direkt die Suche zum Thema Bioplastik bei der ARD Mediathek. Da gibt es einige Filme zum Thema!

Das ist eine gute Idee! 3 Teile Müll bei jedem Strandbesuch mitnehmen! Das ist auch sinnvoll wenn man z.B. einfach nur am Rhein, im Wald oder Sonstwo unterwegs ist. http://www.take3.org.au/