Tatjana Servais » Fotografin, Fotojournalistin, Fotokünstlerin aus Düsseldorf - Tatjana Servais

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Düsseldorf Carlstadt

Düsseldorf Carlstadt – der unterschätzte Stadtteil

Die Carlstadt – ein Kleinod. Ich zähle zu den gebürtigen Düsseldorfern – geboren und aufgewachsen in Düsseldorf. Ich leide zwar unter ständigem Fernweh und reise deshalb möglichst viel, lerne gerne fremde Länder und Kulturen kennen, aber ich bin immer wieder froh nach meinen Reisen nach Düsseldorf zurückkommen zu dürfen – Düsseldorf = Heimat.

Düsseldorf hat 50 Stadtteile in 10 Stadtbezirken. Für mich immer noch der schönste Stadtteil ist das Düsseltal. Man möge mir verzeihen, da bin ich einfach vorbelastet und man wird mich hier sicher nie umstimmen können ;-). Düsseldorf hat natürlich auch noch viele andere schöne Stadtteile, die für mich mit ihren Vorzügen glänzen. Sei es Grafenberg mit der Lunge Düsseldorfs dem Grafenberger Wald, Oberkassel mit den Rheinwiesen und den netten Straßen, kleinen Geschäften und guter Gastronomie oder auch Kaiserswerth, ein irgendwie in sich geschlossenes Dorf mit schöner alter Bausubstanz netter Gastronomie, der Kaiserpfalz und dem Burghof, einer Institution seit ich denken kann. Eigentlich kann man in jedem Stadtteil etwas schönes finden! Heute soll es aber erste einmal um die Carlstadt gehen.

Serienstart mit Carlstadt – wieso das?

„Wieso fange ich gerade mit Carlstadt an?“, wird sich der ein oder andere fragen. Genau deshalb…weil Carlstadt meiner Meinung nach unterschätzt wird. Ich selbst habe Carlstadt hauptsächlich durch den Carlsplatz auf dem Schirm gehabt und das möchte ich ändern. In der Carlstadt gibt es unheimlich viel zu entdecken. Wunderschöne Architektur, Baudenkmäler, Geschäfte und vieles mehr. Eine vielfältige Mischung und doch irgendwie eigen.

Wo liegt eigentlich Carlstadt

Carlstadt wird westlich vom Rhein begrenzt und östlich von der Königsallee, nördlich vom Carlsplatz und südlich vom Schwanenmarkt. Der ein oder andere streitet darum ob der obere Teil vom Carlsplatz noch zur Carlstadt gehört oder schon zur Altstadt. Ist mir schnuppe…ich sage mal für mich gehört es dazu ;-).

Geschichte – Carlsplatz oder Karlplatz oder Carlplatz?

Carlstadt - CarlsplatzDer Carlsplatz existiert seit dem 18. Jahrhundert unter dem Namen Carlsplatz. Während der französischen Besetzung wurde er von den Franzosen und später auch von den Preußen als Parade- und Exerzierplatz genutzt. Im 19. Jahrhundert wurde der Platz dann für verschiedene Jahrmärkte und ab ca. 1910 wurde er dann endgültig als Wochenmarkt genutzt. Zu der Zeit wurde auch die Schreibweise geändert. Er hieß dann Karlplatz – mit K ohne s. Die eingefleischten Düsseldorfer nannten „ihren Karlplatz“ aber weiterhin Karlsplatz – den Platz des Karl oder Karls Platz in einem Wort. Durch eine Initiative der Alde Düsseldorfer 1920 e.V., eine Düsseldorfer Bürgerinitiative, die sich unter anderem für den Erhalt von Düsseldorfer Traditionen und Denkmälern einsetzt, ist aber mittlerweile die alte Schreibweise wieder zurückgekehrt – Carlsplatz. Der Carlsplatz ist heute einer der wichtigsten Märkte in Düsseldorf, der durch die Ende des 20. Jh./Anfang des 21. Jh. errichteten Glasdächer bzw. Glaspavillions noch an Attraktivität gewonnen hat. Es gibt viele schöne Stände an denen man Obst und Gemüse, Blumen, Fleisch, usw. kaufen kann.

Carlstadt - Carlsplatz - Obst und Gemuese Schier

Meine persönlichen Lieblingsstände sind Obst und Gemüse Schier und direkt gegenüber der Florist Hammer (beides in Gang B – Übersichtsplan hier). Natürlich sind die Preise auf einem Wochenmarkt höher als im Supermarkt. Hier bin ich aber sicher gute, frische und regionale Ware zu bekommen. Ich gehe unglaublich gerne einfach los auf den Markt und probiere neue Sachen aus. Den Tipp wie die Sachen zubereitet werden müssen gibt es dann auch gratis dazu. Dann noch einen schönen Blumenstrauss oder auch nur mal eine einzelne tolle Blüte und das Wochenende ist geritzt.

Carlstadt - CarlsplatzCarlstadt - CarlsplatzCarlstadt - CarlsplatzCarlstadt - CarlsplatzCarlstadt - CarlsplatzCarlstadt - CarlsplatzCarlstadt

Kunst und Kultur – Schlemmen und Shoppen

Heinrich Heine, Clara und Robert Schumann, Louise Hensel, Clara Viebig…um nur einige der Namen zu nennen, die mit der Carlstadt in Verbindung gebracht werden. Der Stadtteil beherbergt ein Stadtmuseum, das Hetjens-Museum und Heinrich-Heine-Institut, ein Filmmuseum, ein französisches und ein polnisches Institut, ein Palais der Kammermusik, und ein Marionettentheater.

GoldschmiedeNeben dem kulturellen Angebot findet man insbesondere um den Carlsplatz herum, auf der Hohe Straße und der Bilker Straße schöne Geschäfte die Antiquitäten, Schmuck, Mode und Kunst anbieten. Im Gegensatz zu den mittlerweile verbreiteten Ketten findet man hier noch einzelne Geschäfte. Es bietet sich an einfach mal durch die Straßen zu flanieren und sich treiben zu lassen. Wenn man Hunger oder Durst verspürt finden sich zahlreiche Lokalitäten, die für jeden Gaumen etwas bereit halten.

Erholung und Entspannung in der Carlstadt

Zum Entspannen bietet sich ganz klar das Rathausufer am Rhein an. Vor dem Bau des Rheinufertunnels war es hier nicht so ruhig. Die Bundesstraße 1 führte hier direkt am Rhein entlang. Nach Fertigstellung des Tunnels 1993 entstand auf dem Rheinufertunnel Raum für Fußgänger und Fahrradfahrer mit einem weitestgehend verkehrsberuhigtem Rheinufer. Hier lässt sich fast immer ein schönes Plätzchen auf einer Bank unter den Platanen finden.

Blick vom Rathausufer aif den Rhein

Der Speesche Graben

Besonders schön finde ich aber den kleinen Park am Spee’schen Graben zwischen Poststraße und Berger Allee. Hier kann man sich auf eine Bank setzen, weitere Pläne machen oder einfach dem Rauschen des Windes in den Bäumen lauschen und den Enten und Gänsen zugucken – die Seele baumeln lassen!

Ich habe hier ein 360-Grad-Panorama für Euch. Einfach hier klicken und ihr könnt Euch umgucken und einen Eindruck gewinnen.

Panorama Speescher GrabenDas Mannesmannufer

Mannesmann Hochhaus oder Vodafone HochhausZu Beginn des 20. Jahrhunderts errichtete das Traditionsunternehmen Mannesmann hier sein Verwaltungsgebäude am Rhein. Das sogenannte Mannesmann Hochhaus, das seit Jahren zur Weihnachtszeit durch die gesondert gesteuerte Beleuchtung der Büroräume, einen überdimensionierten Weihnachtsbaum zeigt, wurde im Jahr 2000 von Vodafone übernommen und der gesamte Gebäudekomplex wurde 2008 an das Land Nordrhein-Westfalen verkauft. Heute befindet sich im Mannesmann Hochhaus das Ministerium für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen. Das Hochhaus steht unter Denkmalschutz, da es eine Arbeit des renommierten Architekten Schneider-Esleben war und als Teil der Düsseldorfer Stadtgeschichte gilt. Bei einem Spaziergang am Mannesmannufer entlang sind aber die Häuserfassaden schön anzusehen. Es lohnt sich nicht nur den Blick auf den Rhein zu richten, auch wenn man immer wieder davon angezogen wird. Für eine Pause bietet sich eine der Bänke für an oder auch eine Pause im Café beim KIT – Kunst im Tunnel.

Mannesmannufer Panoramavergrößertes Bild

Dies soll für den Augenblick als Übersicht reichen. Wer nun Interesse hat und sich den kleinsten Stadtteil Düsseldorfs angucken möchte, der möge am besten am Carlsplatz beginnen und sich von dort treiben lassen. Ich habe für Euch schon einmal einen Spaziergang gemacht, den ich den „Einsteigern“ empfehlen würde.

Spaziergang zum Kennenlernen

Ich würde folgende Route empfehlen: Start am Carlsplatz. Von hier direkt in die Hohe Straße, am Schwanenmarkt vorbei bis zum Speeschen Graben (auf der Karte mit Düssel gekennzeichnet), dann über die Poststraße hoch bis zur Orangeriestraße und durch die Bäckerstraße bis zum Rathausufer. Am Rathausufer entlang bis zum Mannesmannufer. Danach zurück über die Schulstraße zum Carlsplatz. Google sagt 28 Minuten, aber wenn man tatsächlich etwas sehen will, hier und da in ein Geschäft geht oder an einer Sehenswürdigkeit verweilt würde ich mal 1 1/2 Stunden einplanen.

Sehenswürdigkeiten auf der Route:

Carlsplatz – Wochenmarkt

Hohe Straße – verschiedene Geschäfte

Heinrich-Heine-Denkmal auf dem Schwanenmarkt

Park am Speeschen Graben (Panorama)

Stadtmuseum Düsseldorf

Bistro Zicke – nettes kleines Bistro in einer ruhigen Gegend

Mannesmannufer

KIT – Kunst im Tunnel mit Café

Café Alte Bastion – allein schon für den Blick von der Außenterrasse lohnt es sich eine Pause zu machen

Filmmuseum Düsseldorf

St. Maximilian Kirche auch Max-Kirche genannt

Anreise:

Auto: Parkhausvogel Parkhaus am Carlsplatz

Öffentliche Verkehrsmittel: Mit der Rheinbahn – U-Bahnhof Benrather Straße (U71/U72/U73/U83)

Webseiten-Sammlung – Carlstadt:

Hier noch eine kleine Sammlung mit Webseiten, die sich mit den Möglichkeiten der schönen Carlstadt beschäftigen:

Übersichtliches Shop-Verzeichnis auf der Seite von Carlstadt.de

http://www.meinestadt.de

http://www.carlsplatz.de/

http://www.carlsplatz.net/

 

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